Tod dem schlechten Kino!

Film. In "Cecil B. DeMented" erzählt Schund-Papst John Waters von der Liebe zum B-Film und den Irrungen revolutionären Pathos.

Kultur | Michael Loebenstein | aus FALTER 05/01 vom 31.01.2001

Der junge Mann mit dem gebleichten Haar hat eine Vision: Dem Mainstream-Kino, den Forrest Gumps und Han Solos die Herrschaft über die Leinwände zu entreißen. "Wir sind gewalttätiger als Sam Fuller! Noch stärker als Otto Preminger! Hollywood hat uns den Sex gestohlen, unsere Gewalt verweichlicht! Lasst uns schlechtes Kino bestrafen ..." lautet das Manifest von Cecil B. DeMented (Stephen Dorff), dem letzten Undergroundfilmer und schrillen Helden in John Waters jüngstem, gleichnamigem Film. Mit seiner "Sprocket Hole Gang", einer exzentrischen Gruppe dauermasturbierender, verbotene Substanzen konsumierender und schießwütiger Cinephiler, nimmt er den von Gewalt gekennzeichneten Kampf gegen das "Schweinesystem" der Filmindustrie auf: Ihren klebrigen, zielgruppenvernarrten Produkten (und der Unsitte der Filmsynchronisation, möchten wir hinzufügen: Also bitte nicht auf Deutsch anschauen!) will er seine Version von Cinema-verite entgegensetzen: ein Kino, das blutet, dessen Bilder und Erzählungen

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