Leben, mit und ohne Knall

Literatur. In seinem jüngsten Roman "Sutters Glück" schickt Adolf Muschg einen verwitweten Journalisten in die Berge und den Tod.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 05/01 vom 31.01.2001

Acht Jahre nach seinem Opus magnum, der Parzival-Neudichtung "Der rote Ritter", hat Adolf Muschg wieder einen Roman vorgelegt. Er ist ziemlich genau um zwei Drittel kürzer als sein 1000-seitiger Vorgänger und handelt von so ziemlich den gleichen Dingen: dem Leben, der Liebe, dem Tod. Gewiss, das sind Themen, an denen Romane generell schwer vorbeikommen. Die Dringlichkeit, mit der die Frage nach dem richtigen, nach dem geglückten Leben, Lieben und Sterben bei Muschg gestellt wird, sucht allerdings ihresgleichen. "Lies dich doch wieder einmal selbst, Sutter", lässt er seinem Helden ausrichten. "Lies dich, Sutter, als ginge es um dein Leben, denn darum geht es, mit oder ohne Knall - genau darum."

Es geht um die Existenz, also "das, was einer aushalten muss, gefragt oder ungefragt", wie ein seltsam unchristlicher Seelsorger dem mit Lungendurchschuss darnieder liegenden Sutter erklärt. "Kommt vom Herausstehen. Wir stehen ins Leere wie ein blutiger Daumen, und solange er steht, kriegt er


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