Stadtrand: Neue Wirtschaft? Pah!

Stadtleben | aus FALTER 05/01 vom 31.01.2001

Wer jemals Teil einer Schimpansenhorde war, weiß darüber Bescheid, wie es ist, in einer durchgestarteten Belegschaft, zu Deutsch: einem "Start-up"-Unternehmen, zu arbeiten. Wir übrigen Durchschnittsmenschen können dem Treiben und Drängen jener Spezies nur mit blutunterlaufenen Augen und um den Schlaf gebracht bei ihrem eifrigen Tag- und Nachtwerk tatenlos und gepeinigt zusehen. Also, hier der Bericht aus dem Jammertal: Vor einigen Tagen ist in das an sich unverdächtige Haus vis-a-vis von meinem Zimmer eine Ladung von Computern eingezogen, dazu eine Handvoll New Economisten. Seit einigen Tagen wird nebenan die Welt aus den Angeln gehoben, Tag und Nacht wird durchgestartet: Untertags sitzen die Nägelbeißer ununterbrochen vor ihren elektronischen Kisten und drücken urwichtig irgendwelche Tasten.

Und erst in der Nacht: Die ganze Gasse ist dunkel, nur vom Haus vis-a-vis knallt gnadenlos die Neonbeleuchtung taghell durch das Fenster in mein Zimmer, die letzte urwichtige Taste wird bei Sonnenaufgang gedrückt. Dann folgt schon wieder die nächste Schicht der Tastenfuchser.

Diese Affen! Pah! Tagein, tagaus abheben! Nur mehr fleißig und eifrig. Nur mehr urwichtig.

Licht aus! Die Nacht sei wieder stockdunkel. Und ich radikal faul!


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