Tier der Woche: Wintersonne

Stadtleben | Peter Iwaniewicz | aus FALTER 05/01 vom 31.01.2001

An manchen Sonntagen im Jänner ist nicht viel zu tun. Ein bisschen herumräumen, die Plattensammlung neu ordnen, seinen Körper dann und wann gegen den Heizköper drücken, am Fenster stehend dem Flug der Krähen nachhängen und mit dem Daumen eine dieser winzigen Fliegen zerdrücken. Dieser Akt letaler Erpressung passiert oft völlig unbewusst und beansprucht kaum mehr als unser reptilienartiges Stammhirn. Deswegen denkt man auch nicht weiter darüber nach, welches Lebewesen gerade in den Rillen der Fingerbeeren vergangen ist. In den meisten Fällen - vor allem dann, wenn sich gut abgehangenes Obst in der Wohnung befindet - wird es sich dabei um das Wappentier der Genetik, die Drosophila vulgo Essigfliege, gehandelt haben. "Man mag es bedauern", schreibt der Nobelpreisträger Francois Jacob, "dass der Name Drosophila, der eigentlich ,sie mag Flüssigkeiten' bedeutet, einem anderen vorgezogen wurde, den einige Insektenforscher verwendeten: Oenopota, die Weintrinkerin."

Manchen Menschen


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