Doppeltes Österreich

Seinesgleichen geschieht. Merkwürdiges Phänomen in der Übergangskrise: Ich sehe plötzlich alles zweifach.

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 06/01 vom 07.02.2001

Kanzler Schüssel fordert von seinen Kritikern Anerkennung für das Geleistete. Ehre, wem Ehre gebührt: Die Entschädigung der Zwangsarbeiter und die Frage der Restitution endlich gelöst zu haben, war eine dringend fällige Leistung. Die Regierung Schüssel hat sie vollbracht. Antisemitische Misstöne des Koalitionspartners können dabei nicht verschwiegen werden, ebensowenig, dass Schwarz-Blau gleichzeitig die Souveränität fehlt, dem Jewish Welcome Service des "roten" Leon Zelman läppische zwei Millionen Subvention umstandslos weiter zu gewähren.

Es ist auch anzuerkennen, dass Arbeitswille den Reformstau ersetzt hat. Die Ergebnisse dieses Arbeitswillens im Einzelnen kritisch zu beleuchten, bleibt jedoch - danke für die Gelegenheit, das wieder einmal zu erwähnen - Aufgabe des Journalismus. Kein Kanzler fühlt sich dabei von den Medien gut und gerecht behandelt. Das Lamento darüber gehört zum Job genauso wie das Spindoctoring. Oft genug dient das Lamento auch nur als Rechtfertigung


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