Wenn i Bürgermeister wär ...

Schlacht um Wien. LIF-Chefin Alexandra Bolena kämpft am Rochusmarkt gegen Windmühlen, und der rote Kurtl steckt die Zehen in den Donaukanal: Die Spitzenkandidaten für die Rathauswahl im März erklären dem "Falter" ihre Vision von Wien. In einem Grätzel ihrer Wahl.

Politik | Eva Weissenberger und Nina Weissensteiner | aus FALTER 06/01 vom 07.02.2001

Dem Uhudler wird nachgesagt, er mache die Menschen wild, ja verrückt. Alexandra Bolena trinkt den fruchtigen, erdbeerroten Wein aber schon seit Jahren, "und ich bin noch ganz normal". Rabiat macht die Wiener LIF-Chefin etwas anderes: dass der Uhudler, an dem sie gerade nippt, illegal ist. "An diesem Lokal wird deutlich, wie weit Wien davon entfernt ist, Weltstadt zu sein", redet sich Bolena in Rage. "Innovative Unternehmen werden sekkiert bis aufs Blut."

Das kleine Delikatessengeschäft Arrigo am Rochusmarkt besitzt zwar eine Gastgewerbekonzession, das Marktamt aber hat penibel aufgelistet, was der Wirt, Robert Hasslacher, ausschenken darf: eine Sorte Rotwein, eine Sorte Weißwein, Prosecco, ein alkoholfreies Getränk sowie Kaffee. Keinen Uhudler also und auch kein Bier, denn, so hat es ihm der Bezirksvorsteher erklärt: Zu den Antipasti, Tramezzini und Salaten würden die Kunden ohnehin lieber Wein trinken. Hasslacher zapft trotzdem Schremser vom Fass. Dafür zahlt er regelmäßig 3000


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