Mythen und Musterknaben

Debatte. Die schwarz-blaue Regierung hat sich aufs Nulldefizit eingeschworen. Eine lebenswichtige Kraftanstrengung? Oder ein politischer Marketingschmäh, um Sozialkürzungen durchzudrücken? Drei namhafte Ökonomen diskutieren über Sinn und Unsinn der Sparwut.

Politik | Gerald John | aus FALTER 06/01 vom 07.02.2001

Der Streit um das Nulldefizit tobt nicht nur zwischen Regierung und Opposition. Im Falter hat sich - mit reger Leserbeteiligung - eine kontroversielle Debatte über die Sinnhaftigkeit des schwarz-blauen Plans, das Budgetdefizit bis 2002 auf null zu senken, entsponnen. Drei namhafte Ökonomen, deren Beiträge für Diskussionsstoff gesorgt haben, stellen sich nun einem Streitgespräch: Kurt Bayer, Leiter der Abteilungen im Finanzministerium, die sich mit Wirtschaftspolitik und internationalen Institutionen befassen; Peter Rosner, Dozent am Institut für Wirtschaftswissenschaften der Universität Wien; und Markus Marterbauer, Wirtschaftsforscher und Mitarbeiter des Beirats für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen (BEIGEWUM).

Falter: Die Regierung will das Budgetdefizit in zwei Jahren auf null senken. Ist das eine gute Idee?

Kurt Bayer: Ja. Denn Phasen der Hochkonjunktur sind immer günstig für den Abbau von Defiziten, und frühere Regierungen haben gezeigt, was passiert,


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