Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 06/01 vom 07.02.2001

Es hat doch so schön begonnen. Am Anfang der St. Antoner WM gab es diese tollen Fernsehbilder aus dem idylisch verschneiten Bergdorf: Politiker im Loden, friedlich, gut gelaunt. Die Vizekanzlerin hat sich gefreut, dass wir endlich wieder wer sind in Europa, die Frau des Bundespräsidenten hat Karl Schranz geküsst, der hat vor Rührung geheult. Und Hermann Maier hat siegesbewusst die österreichische Fahne geschwenkt. Nach diesem Spitzenauftakt hat die überlegene Skination auf jedes Rennen ihrer Favoriten gelauert. Und dann dieses Debakel. Maier und Co. versemmeln die fix einkalkulierte Goldmedaille im Super-G, lassen einen frechen Flachländer (ausgerechnet ein Kalifornier) einfach vorfahren. Renate Götschl haut gleich zweimal knapp daneben, tonnenweise Schnee blockiert den WM-Zirkus: TV-Bilder des Grauens. Statt österreichischer Siege bekommen wir jetzt im WM-Studio täglich eine ausführliche Wettershow vom Exwetterpapst Belcredi. Die Skifahrer erzählen von ihren geheimsten Hobbys ("ich mach so das Allgemeine": Michael Walchhofer) und lassen sich sogar beim Wellnessprogramm filmen: Lasse Kjus im Bademantel mit Gurkenmaske hat allerdings Weltstarklasse.


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