Game Noever

Kunst. Seit genau 15 Jahren ist Peter Noever Direktor des Museums für angewandte Kunst (MAK). Als Konzeptkünstler hat sich Noever in dieser Zeit einen Namen gemacht, als Museumsleiter droht er nun zu scheitern. Eine Bilanz.


Matthias Dusini
Kultur | aus FALTER 06/01 vom 07.02.2001

Das Museum ist nicht mehr das, was es einst war", sprach MAK-Direktor Peter Noever am vergangenen Donnerstag auf der jährlichen Pressekonferenz. Wie Jesus inmitten seiner Jünger stand er an einer lang gestreckten Tafel und verkündete eine viermonatige Fastenzeit: Ende März wird, anstelle einer Ausstellung, das "Diskursive Museum" öffnen. Die Teilnehmerliste (Teilnehmerinnen sind nicht vorgesehen) des Symposiums liest sich wie das Who's who des Populärkulturpessimismus - von Frankreichs Parade-Schwarzsehern Jean Baudrillard und Paul Virilio bis zum wendungsreichen "Vielosophen" Konrad Paul Liessmann.

Eine "Bestandsaufnahme des Scheiterns" nennt Noever die Identitätskrise des Museums in Zeiten der boomenden Freizeitindustrie. Die Gründe für das nun drohende Scheitern sind im Fall des MAK freilich nicht nur in der Konkurrenzsituation der Museen zu suchen, sondern auch in der Arbeit seines Direktors. "Er betreibt ein Museum für angewandte Kunst, ohne sich inhaltlich um angewandte Kunst

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