Streifenweise

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 06/01 vom 07.02.2001

Der Schauspieler Robert Redford galt Zeit seiner Karriere als Inbegriff des "sanften Rebellen". Als er 1980 hauptberuflich ins Regiefach wechselte, vermachte er dieses Image den zumeist jugendlichen Helden seiner eigenen Filme, und auch für Rannulph Junuh, die Hauptfigur seiner jüngsten Regiearbeit, hätte es seinerzeit keine bessere Besetzung gegeben als ihn selbst. Der Film heißt"The Legend of Bagger Vance" und erzählt, in Form einer großen Rückblende, eine Geschichte aus dem amerikanischen Süden der späten Zwanzigerjahre: eine Erfolgsgeschichte, versteht sich.

Alles dreht sich um den mindestens ebenso überdimensionierten wie überflüssigen Golfplatz, den Adele Invergordon (Charlize Theron) von ihrem Vater geerbt hat. Um den ihr drohenden Ruin abzuwenden, überredet die verarmte Millionärstochter die zwei berühmtesten Golfspieler des Landes zu einem Schauturnier. Das Preisgeld: 10.000 Dollar. Als widerstrebender Dritter und sozusagen außer Konkurrenz soll besagter Junuh (Matt Damon), der früher einmal Lokalchampion und mit Adele verlobt war, daran teilnehmen: Doch seit dem Ersten Weltkrieg, den er an vorderster Front miterlebte, hat er seinen Schwung verloren. Alles halb so schlimm! Er findet sich wieder, denn eines Nachts, als Junuh ein paar Schläge verhaut, taucht aus dem Nichts ein gewisser Bagger Vance (Will Smith) auf, der sich ihm als Caddy anbietet und ihm fortan mit Rat und Tat zur Seite steht: "So wie ein Mann seinen Golfschläger in die Hand nimmt, so nimmt er auch sein Leben in die Hand." Nun ja. Sollte für Filmemacher dasselbe gelten, kann man Redford nur bedauern.

Außerdem: "Der geteilte Himmel", Höhepunkte des DEFA-Kinos 1946-1992, eine Retrospektive des Filmarchiv Austria, bis 22. März im Imperial.


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