Round Midnight

Film. Jean-Pierre Melville gilt als der Paranoiker unter den französischen Regisseuren der Sechzigerjahre. Eines seiner Meisterwerke, der Gangsterfilm "Le cercle rouge", ist nun wieder im Kino zu sehen.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 06/01 vom 07.02.2001

Schon der erste Satz des Films - ein junger Polizist sagt ihn zu seinem Vorgesetzten - istmerkwürdig. "Ich fahre bei rot." Der Wagen rast über eine Kreuzung und erreicht, 20 Minuten vor Mitternacht, den Bahnhof von Marseille. Rot steht im Kino fürs Schicksal, die Gefahr und den Tod; in "Le cercle rouge", der wirkt, als wäre er in Schwarz-weiß gedreht, blitzt es in entscheidenden Momenten immer wieder auf. Eine rote Billardkugel kündigt den ersten Toten an; ein mit Blut verschmiertes Geldbündel zeugt von den beiden folgenden Morden; und eine rote Rose nimmt schließlich das Finale vorweg.

Aber der Reihe nach. "Le cercle rouge" (deutscher Verleihtitel: "Vier im roten Kreis"), ein Gangsterfilm aus dem Jahre 1970, ist die vorletzte Arbeit des französischen Regisseurs Jean-Pierre Melville. Der Titel stammt aus einer fernöstlichen Spruchweisheit von Rama Krishna, die dem Film vorangestellt ist: "Wenn Menschen, selbst wenn sie sich nicht kennen, sich eines Tages begegnen sollen, was immer


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