Tadel, Lob und Adel

Musiktheater. Im Schauspielhaus wurde mit "La Contessina" wieder mal bewiesen, dass Wien ein Opernhaus abseits des Mainstreams braucht.

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 06/01 vom 07.02.2001

Es wird ein Jammer sein: Im Juni wird das Opernprojekt von Hans Gratzer und Martin Haselböck im Schauspielhaus auslaufen, und alte wie zeitgenössische Oper werden in Wien wieder ohne festes Haus dastehen. Das provinzielle Kompromissniveau der letzten Jahrzehnte wird fortgeschrieben, und das, obwohl der befristete Schauspielhaus-Kompromiss eindrucksvoll gezeigt hat, wie groß Bedarf und Publikumszuspruch in diesem Bereich tatsächlich sind.

Jüngstes Beispiel: die Premiere der Buffo-Oper "La Contessina" von Florian Leopold Gassmann, einem Wiener Hofkomponisten des 18. Jahrhunderts, der marketingtechnisch nicht viel mehr hergibt als den Hinweis, dass er Entdecker und Lehrer von "Amadeus"-Gegenspieler Antonio Salieri war. Gassmann-CDs sind rar, seine Werke werden kaum gespielt und sind großteils noch nicht einmal verlegt; für die Aufführung im Schauspielhaus musste das Notenmaterial eigens aus der musikwissenschaftlichen Edition "Denkmäler der Tonkunst in Österreich" hergestellt werden.


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