Spielplan

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 06/01 vom 07.02.2001

Er sei ins Theater Gruppe 80 gegangen und habe sich dort "Aus der Fremde" von Ernst Jandl angesehen. In der 1979 uraufgeführten, durchgehend in der dritten Person und im Konjunktiv geschriebenen "Sprechoper" habe der Dichter 24 Stunden aus dem eigenen Leben auf die Bühne gebracht. "Er" (Jandl) empfange "sie" (gemeint ist Friederike Mayröcker) zum Abendessen, gehe danach schlafen und versuche anderntags zu schreiben (und zwar das Stück, das gerade gespielt werde), ehe sie wieder zum Abendessen komme. Helmut Wiesner inszeniere die depressive "Chronik der laufenden Ereignislosigkeit" mit sich selbst als "er" und mit seiner Frau Helga Illich als "sie". Die zärtliche Vertrautheit, in der die beiden miteinander spielten, sei berührend; zugleich werde man das Gefühl nicht los, die beiden wollten einander nicht wehtun. Der Schärfe des Textes sei das ebenso abträglich wie der unsichere Auftritt von Alfred Schedl als "er 2" - eine Figur, hinter der sich im Übrigen der Presse-Kritiker Hans


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