No macho bullshit

Musik. Man hätte es nicht mehr für möglich gehalten: Die texanischen Energiebündel At The Drive-In zeigen, dass sich Rockmusik immer noch mit gerechtem Zorn verbinden lässt.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 06/01 vom 07.02.2001

Es gibt Bands, die bloß stillstehen, und solche, die fliegen. Zu letzterer raren Spezies gehören At The Drive-In aus El Paso. Just zu einer Zeit, wo es scheint, als hätte sich die Rockmusik endgültig auf die formelhafte Vertonung vorstädtischer Mackerneurosen reduziert, bläst dieser zusammengewürfelte Haufen aus der letzten texanischen Bordertown frisches Leben in die Mumie.

Ende letzten Jahres kamen At The Drive-In nach London, um der Behauptung der britischen Musikwochenzeitung NME, sie seien "die beste neue Rockband der Welt", hinterher zu spielen. Der Electric Ballroom war gefüllt mit jener Sorte Kids, die sich dem amerikanischen NuMetal mit dem gleichen blinden Glauben verschrieben haben wie ihre großen Geschwister einst dem Grunge. London war bereit, und die Band, die auf der Bühne in Seelenruhe ihre Instrumente stimmte, brauchte bloß noch loszulegen.

Aber noch bevor die Gruppe einen Ton von sich gegeben hatte, befremdete Sänger Cedric sein Publikum mit einem langen, zornigen


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