"Die Bombe in mir"

Gesundheit. Die Krankheit ist heimtückisch und unheilbar. 100.000 Österreicher leiden an Hepatitis C, geschätzte 5000 haben sich in den Siebziger- und Achzigerjahren wahrscheinlich beim Blutplasmaspenden infiziert. Ernst Reichmann ist einer von ihnen. Er lebt mit einer Zeitbombe, die niemand sieht.

Stadtleben | Julia Ortner | aus FALTER 06/01 vom 07.02.2001

Seine Freunde nennen ihn Turbo. Weil er immer so ein lustiger Kerl war. Ein durchtrainierter Sportler, der viel unterwegs war und einen guten Schmäh hatte. Der Schmäh ist Ernst Reichmann mittlerweile vergangen. Den Turbo von früher gibt es nicht mehr. "Ich versuche, positiv zu denken - aber manchmal überfällt mich die Depression plötzlich", erzählt der Mann mit dem Frank-Zappa-Bart nachdenklich. 1999 hat eine Diagnose sein Leben komplett verändert: Der 39-jährige leidet an Hepatitis C. Einer infektiösen Leberentzündung, die zu Leberzirrhose, Leberkarzinom und schlussendlich zum Leberversagen führen kann.

Wahrscheinlich zwanzig Jahre lang hat der gelernte Elektroinstallateur das heimtückische Virus in sich getragen, bemerkt hat er wie viele andere Patienten lange Zeit nicht viel. "Außer dass ich müder und kraftloser geworden bin, Probleme mit der Konzentrationsfähigkeit bekommen habe." Als Reichmann immer wieder von ehemaligen Blutplasmaspendern hört, die beim Plasmaspenden


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