Schüssel und die Völkischen

Kommentar. Wer glaubt, Bundeskanzler Wolfgang Schüssel hätte den Charakter der FPÖ gemäßigt, irrt. Das Gegenteil ist der Fall: Schüssel duldet und fördert die völkische Front, die sich in Andreas Mölzers Zeitschrift "Zur Zeit" artikuliert.

Karl Pfeifer | Politik | aus FALTER 07/01 vom 14.02.2001

"Die Bundesregierung arbeitet für ein Österreich, in dem Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rassismus keinen Platz finden. Sie wird jeder Form von menschenverachtendem Gedankengut und seiner Verbreitung konsequent entgegentreten."

"Die Einmaligkeit und Unvergleichbarkeit des Verbrechens des Holocaust sind Mahnung zu ständiger Wachsamkeit gegen alle Formen von Diktatur und Totalitarismus."

Zitate aus der von Dr. Wolfgang Schüssel und Dr. Jörg Haider am 3. Februar 2000 unterzeichneten Präambel.

Irgendwann im Sommer 1938 stiegen meine Eltern mit mir - ich war zehn Jahre alt - am Wiener Westbahnhof in den Zug, um in die Schweiz zu fahren. Bis zur "ostmärkischen" Grenze gab es zahlreiche Kontrollen. Doch unsere Papiere waren in Ordnung. Meine Eltern waren zuvor nach allen Regeln, die unter dem Eindruck der antisemitischen Massenhysterie in Österreich vom Dritten Reich eingeführt wurden, ausgeraubt worden. Unser Haus wurde "arisiert", wir mussten eine Vermögensabgabe und Reichsfluchtssteuer

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