"Aufgabe für Böhmdorfer"

Spitzelaffäre. Kleindienst-Verteidiger Richard Soyer über das seltsame Vorgehen der Staatsanwaltschaft, die mangelnde Transparenz der Justiz und seinen Wunsch nach "außergerichtlichem Tatausgleich" für spitzelnde Cops.


Florian Klenk
Politik | aus FALTER 07/01 vom 14.02.2001

Seit vergangener Woche vertritt der Strafverteidiger Richard Soyer den wohl berühmtesten Cop des Landes: Josef Kleindienst. Jenen Mann, der sich selbst belastet, für Spitzeldienste von FPÖ-Politikern bestochen worden zu sein. Im Interview legt Soyer nun seine Bedenken und Strategien in Österreichs brisantester Causa dar. Soyer wünscht sich mehr Transparenz und einen außergerichtlichen Tatausgleich für seinen Mandanten: "So könnte die Causa besser aufgearbeitet werden."

Falter Herr Dr. Soyer, ist die Staatsanwaltschaft korrekt vorgegangen, indem sie die Verfahren gegen Haider und Stadler so schnell eingestellt hat?

Richard Soyer Diese Frage will, ja kann ich nicht beantworten. Die Einstellung beruht auf einem "vorläufigen Abschlussbericht" der Wirtschaftspolizei, den ich, obwohl ich der Verteidiger des Herrn Kleindienst bin, bislang nicht einsehen konnte. Auffallend für mich ist ein krasses Informationsdefizit. Nicht nur für die Bürger, sondern sogar für mich als Parteienvertreter.

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