Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 07/01 vom 14.02.2001

Sie haben sich alle verkalkuliert. Ob fade Mädels auf einer Kanaren-Insel, paarungswillige Singles, die aus einem Harem wählen können, oder Ödbären im Container: Reality-Shows sind out. Bei "Big Brother 1" haben die Schlaueren (natürlich nur weils eine neue Medienentwicklung war, nicht wegen voyeuristischer Gelüste) noch gemeinsam mit den Dumpfbacken jeden Tag engagiert das Schicksal von Jürgen und Zlatko verfolgt - jetzt gehts mit allen Real-Formaten abwärts (nur der Klassiker "Big Brother 3" kann sich quotenmäßig halbwegs halten). Kein Wunder, man überfordert die Hauptzielgruppe: Selbst der auf Titten, Bier und Ballermann spezialisierte RTL-II-Maniac konnte sich die zehn Namen der "BB"-Helden noch merken. Doch dann kamen "Expedition Robinson", "Inselduell", die Fernseh-Fahrschule "You drive me crazy", "BB 2" und der "Frisör". Die letzte Rettung der Formatmacher: Mehr Sex muss her. Das wird jetzt probiert - aber die Protagonisten sind zu schamhaftoder die Sex-Spielchen zu dezent. Und das Hauptproblem lässt sich mit Nackerten nicht lösen: Es sind einfach keine argen und jenseitigen Typen mehr dabei. Sladdi haben wir alle gekannt. Aber who the fuck is Medy?


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige