Der einzige Karl in der Stadt

Theater. Karl Welunschek ist wieder da: Das ewige Enfant terrible des Wiener Theaters hat den Rabenhof übernommen und schimpft wie in seinen besten Zeiten.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 07/01 vom 14.02.2001

Als der Wiener Kulturstadtrat Peter Marboe heuer den Philharmonikerball besuchte, hatte er wohl nicht damit gerechnet, dort dem Regisseur Karl Welunschek in die Arme zu laufen. Unangepasste Theaterrebellen haben beim Fest der Wiener Hochkultur-Society eigentlich nichts verloren; aber der immer streitlustige Welunschek lässt derzeit eben keine Gelegenheit aus, den stets verbindlichen Marboe aus der Reserve zu locken.

Zuerst hat er den ÖVP-Politiker monatelang damit genervt, die vom Theater in der Josefstadt aufgegebene Bühne im Rabenhof übernehmen zu wollen; zuletzt machte sich Welunschek als Rädelsführer einer Gruppe Wiener Theatermacher stark, die von der städtischen Kulturpolitik eine Neuordnung der gesamten Wiener Theaterlandschaft einfordern. Wenn Welunschek Streit sucht, begibt er sich auch auf feindliches Parkett - wenn es sein muss, sogar zum Philharmonikerball. "Ich bin dort hingegangen, um Politiker zu beobachten", sagt der Regisseur. Dabei habe er auch Marboe getroffen.


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