Des Kunstwerks neue Kleider

Kunst. Die Kunsthalle sperrt für ein Wochenende ihre neuen Räume im Museumsquartier auf. Die italienische Künstlerin Vanessa Beecroft stattet die leeren Räume mit spärlich bekleideten Frauen aus.

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 07/01 vom 14.02.2001

Die Modekette Kleider Bauer veranstaltete im letzten Winter einen Wettbewerb, an dem jeder teilnehmen konnte, der sich morgens nackt vor den Filialen einfand. Die Tür ging auf, und das Wettrennen um einen 5000-Schilling-Gutschein begann. Die Selbstkontrollstelle der österreichischen Werbewirtschaft reagierte pikiert und erteilte der inzwischen Pleite gegangenen Firma einen Rüffel.

Eine ähnliche Maßregelung hat die Kunsthalle Wien nicht zu befürchten, wenn die italienische Künstlerin Vanessa Beecroft am Freitag die 45. Version ihrer Nackt-Performances (und an den folgenden Wochenendtagen deren Videoaufzeichnungen) zeigt. Der Werbeeffekt dürfte dennoch beträchtlich sein, denn Beecrofts beeindruckender Erfolg beruht weniger auf der Aussagekraft intimer Kunstbetrachtung, sondern vor allem auf Publikationsallianzen mit der Mode- und Lifestyle-Industrie.

In der Performance "Show", 1998 in der Rotunde des New Yorker Guggenheim-Museums, bemühten sich gertenschlanke Models - in Stöckelschuhen


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