Bluten und verhandeln

Ausland. Die Lage im Nahen Osten ist ernst. Wie viel Blut muss fließen, ehe wieder verhandelt wird?

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 08/01 vom 21.02.2001

Seit dem Triumph Ariel Sharons wirkt der Nahe Osten gespenstisch: 15 Monate hatte man verhandelt, in 53 Runden zu jeweils etwa fünf Stunden, wie der palästinensische Chefverhandler Saeb Erekat vorrechnet. Nach übereinstimmender Darstellung waren einander Israelis und Palästinenser so nahe gekommen wie noch nie, auch wenn keine Einigung gelang. Doch jetzt, je einen Regierungswechsel in Jerusalem und Washington später, soll alles umsonst gewesen sein. Unisono erklären Israel und die USA die diplomatischen Kompromisse der vergangenen Monate für null und nichtig. Was gilt, ist nur mehr die Lage im Terrain selbst. Und dort hat das drakonische israelische Besatzungsregime, kombiniert mit der palästinensischen Intifada, die Verhältnisse an den Rand der Katastrophe getrieben.

Wie weggeblasen erscheint die menschliche Annäherung zwischen den beiden Völkern aus den vergangenen Jahren. Unter den Palästinensern, die im Rahmen des Osloer Friedensabkommens Jugenddelegationen zum Zweck des


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