Hier wählt Ivanka

Wiener Wahlen. Bisher hatte die FPÖ das Monopol auf das Reizthema Nummer eins. Doch diesmal führen auch alle anderen Parteien einen Ausländerwahlkampf - und buhlen erstmals um die Gunst der Zuwanderer.

Politik | Gerald John und Nina Weissensteiner | aus FALTER 08/01 vom 21.02.2001

Für den Auftritt der Spitzenkandidatin hatte sich die FPÖ-Landstraße etwas Besonderes einfallen lassen: In der Meierei im Stadtpark, wo sonst schwitzende Leiber zu dumpfen Bässen shaken, verblüffte ein Hüne mit Turban, Pluderhose und dem Künstlernamen "Aladdin" die blaue Besucherschar. Aladdin durchbohrte mit seinem Schwert die zarten Hälse freiheitlicher Funktionärinnen. Begeisterung. Niemand nahm Anstoß an diesen obskuren Sitten aus dem Morgenland.

Seltsam. Nur wenige Minuten zuvor hatte Helene Partik-Pable die Funktionäre mit Klassischem aufgehusst. Sparkurs, Parkpickerl-Misere und Wolkenkratzer in der City quittierten die Besucher noch mit Gleichgültigkeit. Erst als die Ausländer dran waren, regte sich das Publikum. "Genau! Genau!", rief es der FPÖ-Frontfrau zu, als diese über "Wohnviertel mit mehr als sechzig Prozent Ausländeranteil" herzog, denn: "Mit ihren Lebensgewohnheiten prägen die ganz Wien!" Ergo: Zuwanderungsstopp, Einbürgerungshürden und - um Gottes Willen


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