Hier lernt Izzedin

Schule. 80 Prozent "Ausländerkinder", Nachhilfe in Türkisch: Die Hauptschule Kauergasse würde es unter den Freiheitlichen nicht geben. Wie schlimm ist es hier wirklich?

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 08/01 vom 21.02.2001

Ende der großen Pause. Beim Wuzeltisch am Gang versteht man kein Wort. Nicht nur wegen dem Kinderlärm. Nur so viel: Wer schon wieder ein Tor reinlässt, wird angemotzt, die in den eigenen Reihen angefeuert. Auf Türkisch. Erst als sich der Lehrer nähert, um die frechen Burschen mit den Nike-Schuhen in die Klasse zu scheuchen, ruft einer plötzlich - bestens verständlich: "Ein Tor noch! Herr Lehrer! Ein bissel noch!"

Keine Chance. Jetzt steht Deutsch am Plan. Die Zweitklassler müssen Wörter aufschreiben, die sie mit "Disco" assoziieren. Ein Lehrerduo unterrichtet, weil einige Kinder Probleme mit Deutsch haben. "Sonderpädagogischer Förderbedarf" heißt das. Rund 900 "Begleitlehrer" stehen deswegen mittlerweile neben herkömmlichen Pädagogen in Wiener Pflichtschulklassen.

Orhan kann schon Wienerisch. "Breakdance" ist ihm zu "Disco" eingefallen. "Man tut sich dabei drehen", erklärt er der Lehrerin und stolpert noch ein wenig über die Artikel: "Es ist eine bisschen gefährlicher Tanz."


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