"Juden Würde geben"

Juden. Eveline Goodman-Thau, erste Rabbinerin Österreichs, über die Tabustadt Wien, das fehlende Geschichtsbewusstsein der Juden und die Gründe für die Existenz der FPÖ.

Politik | Gerald John | aus FALTER 08/01 vom 21.02.2001

Eveline Goodman-Thau hat einen Sinn für Traditionen: Sollte eine ihrer Enkeltöchter einmal Rabbinerin werden, soll sie sagen können: "Die Oma hat den Durchbruch geschafft." In Wien wird Goodman-Thau tatsächlich einen Meilenstein setzen: Die 66-jährige gebürtige Wienerin tritt bei der 160 Mitglieder zählenden Bewegung Or Chadash (Neues Licht) ihren Dienst als erste Rabbinerin Österreichs an - ein Karrieresprung, der nur bei progressiven, nicht aber bei orthodoxen jüdischen Gruppen möglich ist. Der Streit zwischen diesen beiden Flügeln des Judentums wird zum Teil erbittert geführt. In Wien betreibt Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg eine Politik des Ausgleichs - von den Orthodoxen wird Goodman-Thau dennoch nicht als Rabbinerin anerkannt werden.

Nach dem Anschluss 1938 war Goodman-Thau aus Wien in die Niederlande geflohen und 1956 schließlich nach Israel ausgewandert. Seit zwanzig Jahren pendelt sie zwischen Jerusalem und Berlin, wo sie an der Universität jüdische Religion und


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