Eine österreichische Geschichte/"Absurdistan"

Medien | Oscar Bronner | aus FALTER 08/01 vom 21.02.2001

Es gibt wenige so absurde amtliche Dokumente wie das Urteil des Kartellgerichts in Sachen Magazinfusion. Obwohl man diversen Nebelwänden und statistischen Taschenspielertricks der Antragsteller aufgesessen ist, wird über 69 Seiten begründet, wieso der Zusammenschluss unnötig, dafür aber "äußerst bedrohlich" wäre, um dann auf den letzten beiden Seiten eben diese Fusion zu genehmigen - mit geringeren Auflagen als die Heiratswilligen freiwillig angeboten haben. Es entsteht der Eindruck, dass die Kartellrichterin von den Sozialpartner-Beisitzern auftragsgemäß überstimmt wurde und mit der von ihr formulierten Urteilsbegründung ihre Hand in Unschuld waschen wollte. Bemerkenswert auch, dass die Sozialpartner vorher zu einem positiven Gutachten gekommen waren, der Vorsitzende des Gutachterausschusses jedoch in einer ungewöhnlichen Aktion ein eigenes Papier verfasste, in dem er, gut begründet, ein Verbot der Fusion verlangte. Man kann nur vermuten, was sich hinter den Kulissen abspielte,


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