Fernsehen

Medien | Gerald John | aus FALTER 08/01 vom 21.02.2001

Der eine, Helmut Zilk, schasselt die Argumente der einzigen Diskutantin in der Runde ständig mit anzüglichen Bemerkungen ab. Am anderen, Georg Mautner-Markhof, sind Entwicklungen der letzten zwei Jahrzehnte spurlos vorübergegangen: "Das hätte es unter Zilk nicht gegeben", feixte der FPÖ-Industrielle Georg Mautner-Markhof in der ORF-Sendung "Betrifft" über die aktuelle Wiener Politik, "dass Prag als Wirtschaftsstandort attraktiver ist als Wien." Was war schon der Eiserne Vorhang gegen ein ordentliches Brettl vorm Kopf. "Die FPÖ hat nie eine ausländerfeindliche Politik gemacht", brüllte Mautner-Markhof in die ziemlich schmähstade Runde. Moderatorin Gisela Hopfmüller fielen dazu wenigstens die "Überfremdungs"-Plakate ein, Helmut Zilk wieder nur ein lautstarker Exkurs "in eigener Sache". Es blieb nicht der einzige der Sendung. Nach eineinviertel Stunden war die Show der alten Männer vorbei. Zilk klopfte Mautner-Markhof zum Abschied jovial auf die Hand, weil der ja sonst ein "vernünftiger" Mann sei. Wenn der ORF vernünftig ist, kann auf diese Sendung nur eines folgen: Auftrittsverbot für Ex-Politiker über 70. Oder: Wiedereinführung des Seniorenclubs.


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