Abenteuer Akkordeon

Musik. Otto Lechner ist einer der international renommiertesten Musiker Österreichs. An seinem 37. Geburtstag eröffnet der blinde Tastenvirtuose das 2. Wiener Akkordeonfestival, das einen Monat lang Ziehharmonikamusik aus aller Welt nach Wien bringt.

Kultur | Klaus Taschwer | aus FALTER 08/01 vom 21.02.2001

Akkordeon habe ich nie gelernt", sagt Otto Lechner. "Das habe ich mir selber beigebracht." Zugegeben, einen musikalischen Lehrmeister gab es doch: Der heißt Jauerling, ist ein 976 Meter hoher Berg mit Sendestation und brachte dem kleinen Otto, der in einer "völlig unmusikalischen Familie" aufwuchs, die Radioprogramme ins Wohnzimmer. Das Gehörte wurde mit viel Talent auf der Ziehharmonika nachgespielt und nachgesungen - so kam es, dass eine Lokalzeitung den Jungmusiker bald als den "Heintje von Gansbach" abfeierte.

Der Autodidakt, der vor einem Vierteljahrhundert bei Bällen im Bezirk Melk aufspielte, ist heute ein Weltklassemusiker, dessen Konzerte von Österreich bis Australien für Begeisterung sorgen: "An accordion can be sexy, I assure you", schrieb vor kurzem die Musikjournalistin Kate Herberts nach Lechners Auftritt beim renommierten Melbourne Festival. Und wer dabei war, wie der blinde Auch-Pianist Anfang des Jahres im Porgy & Bess gemeinsam mit dem Quartett Sex Mob jammte, konnte


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