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Kultur | aus FALTER 08/01 vom 21.02.2001

Klassik Ludwig van Beethoven: Diabelli-Variationen (Maurizio Pollini) DGG/Universal Wer der Meinung ist, dass Variationssätze eigentlich eher langweilig sind, hat ja prinzipiell nicht ganz so Unrecht. Große Ausnahme: Beethovens 33 "Diabelli-Variationen". Ein Wahnsinnswerk! Ohne Rücksicht auf die musikalischen Gepflogenheiten der Zeit zog Beethoven in seinem letzten Klavierwerk alle Register, um aus dem simpel gestrickten (und gerade deswegen so gut dafür geeigneten) Walzer-Thema des Verlegers Anton Diabelli alles rauszuholen, was irgendwie geht. Dabei wird Bachs "Goldberg-Variationen" (die andere Ausnahme) genauso die Referenz erwiesen wie Händels Doppelfugenkunst, Mozart zitiert und Schumanns Harmonik ebenso vorweggenommen wie Chopins ausladende Ornamentik. Maurizio Pollini behielt den Überblick und sorgte - ohne zu schulmeistern - dafür, dass man das auch alles hört. Ein Muss!

Carsten Fastner Maurizio Pollini live mit den Berliner Philharmonikern und Beethovens


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