Kein Ort. Nirgends

Film. Pawel Pawlikowskis "Last Resort" und Leopold Lummerstorfers "Gelbe Kirschen" nähern sich einem ähnlichen Thema, Asyl und Abschiebung, auf ganz unterschiedliche Weise. Der Vergleich macht Sie sicher.

Kultur | aus FALTER 08/01 vom 21.02.2001

Anfang und Schluss von "Last Resort" zeigen zwei Menschen, Mutter und Sohn, beim Transit. Die Kamera zeigt sie frontal, ihr Blick geht ins Leere, während in ihrem Rücken eine Welt der Zubringerstraßen und Verbindungstunnels gleich einer geisterhaften Rückprojektion abrollt. Nur wenige Einstellungen später wird der Ort als Gelände eines Flughafens zu erkennen sein - doch vorerst brennt er sich dem Publikum als allegorisches Bild ein: zwei Menschen, der konkreten Welt entrückt, gefangen im rasenden Stillstand, zwischen Aufbruch und Ankunft.

"Last Resort", der zweite Spielfilm des polnisch-englischen Dokumentarfilmregisseurs Pawel Pawlikowski, erzählt vom Schicksal jener Menschen, die als "Asylanten" bezeichnet werden - ein Wort, das der Handlung des Ansuchens um Asyl (meist abschätzig) Dauer verleiht und zum Zustand macht. Die Russin Tanja (Dina Korzun) und ihr Sohn Artiom (Artiom Strelnikov) bleiben beim Versuch, in Großbritannien einzureisen, buchstäblich im zwischenstaatlichen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige