Sex vorm Spiegel

Tanzperformance. Sex und Speed: Das Tanztheater Wien zeigt im WUK neue Stücke von Simon Frearson und Saskia Hölbling.

Kultur | Helmut Ploebst | aus FALTER 08/01 vom 21.02.2001

Auf der Bühne: etwa 40 Sessel und ein Paar, das zu netter Musik eng umschlungen tanzt. Die beiden haben sich lieb. Jemand setzt sich auf einen der Sessel und schaut das Publikum an. Die Musik verfliegt, immer mehr junge Leute - Typen wie du, ich und die anderen - nehmen Platz, manche eher schüchtern, andere entspannter. Blicke begegnen einander, manche suchen dann doch den sicheren Boden. Im Hintergrund ein Video, das die Gesichter der Akteure in Großaufnahmen zeigt. Neben diesen Porträts nehmen kurze Fragesätze Platz: Hattest du schon einmal länger als eine Stunde Sex? Hat dein Geschrei dabei schon einmal Nachbarn aufgestört? Wie viele Geschlechtspartner hattest du schon? Zehn? Mehr als 100?

Der in Wien lebende britische Choreograph und Regisseur Simon Frearson setzt in seiner neuen Arbeit "Mirror Mirror" dem Besucher-Publikum ein Darsteller-"Publikum" gegenüber und beiden Gruppen einen unziemlich intimen Fragebogen über Sexualgewohnheiten vor. Haben wir schon? Wollten wir einmal?


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