Aufgeblättert

Kultur | Martin Droschke | aus FALTER 08/01 vom 21.02.2001

Die Welt ist nicht arm an Vorschlägen, die ausgeschlagen wurden. Und der Mensch nicht grundsätzlich schlecht. Wer ungläubig abwinkt, vielleicht überzeugt ihn ein Blick in das Panoptikum altehrwürdiger Utopisten. Ursula Naumann hat es mit der Heimholung des armen Johann Gottlieb Prieber um einen Vergessenen erweitert. Prieber strich das erste e aus seinem Namen, nachdem er 1735 Zittau verlassen hatte und im Land der Cherokee-Indianer sein "Pribers Paradies" gründete, einen auf dem Naturrecht basierenden, laut Naumann kommunistischen Idealstaat. "Pribers Paradies" war jedenfalls so ziemlich das Progressivste, was die von Hoffnungskommunen übersäte Neue Welt im Angebot hatte. Texte des gelernten Advokaten sind keine erhalten. Mühsam musste sich die Recherche durch alles hindurchkämpfen, was an abseitigen und zweifelhaften Quellen und vielfach denunziatorisch eingefärbten Berichten zu haben war. Priebers Leben und Wirken liegt so weit im Dunkeln, dass Naumann nicht mit der Wiedergabe


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