Währing wacht auf

Szene. Jahrelang gab es im 18. Bezirk so gut wie keine Ausgehmöglichkeiten. Heute kann man - fast ohne Unterbrechung - vom Fuße des Schafbergs bis zum Gürtel durchfeiern.


Nina Horaczek
Stadtleben | aus FALTER 08/01 vom 21.02.2001

Am Nachmittag ist Währing nicht sehr spannend. In der Nacht hat sich dafür in den letzten Jahren einiges verändert. Während junge Menschen früher am Wochenende in die Innenbezirke emigrieren mussten, ist heute ein Abend in Währing keine Strafe mehr.

In der Alsegger Straße, umringt von Villen, ist das Nells, ein behutsam renoviertes Traditionsbeisl, in das die unterschiedlichsten Leute aus der Umgebung strömen. Knappe fünf Minuten weiter liegt das Merlin, das mit seiner an eine Geisterbahn erinnernden Fassade nicht sehr ansprechend aussieht, innen dafür aber überraschend gemütlich eingerichtet ist. Auf die Mittelalter-Dekoration wurde zwar nicht verzichtet, und es täte dem Lokal gut, einen Teil der Tonkrüge und Ritterrüstungen abzumontieren, alles in allem ist es aber sehr nett in diesem Ritterburg-Verschnitt. Hier gibt es neben den typischen überbackenen Schwarzbroten auch riesige Spareribs und natürlich massenhaft Bier. Von insgesamt neun Biersorten werden sieben frisch

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