Sideorders: Der Alsergrund

Stadtleben | aus FALTER 08/01 vom 21.02.2001

Woran auch immer es liegen mag, aber im Alsergrund halten sich die echt eigenartigen Lokale ohne jeden Bezug zu aktueller Ästhetik und kontemporärer Ernährungslehre viel länger als anderswo. Das ist ein bisschen blöd, wenn man hier nach hippen Hütten mit Los-Angeles-mäßiger Fusionsküche sucht, bringts dann aber doch einigermaßen, wenn man genau davon Urlaub braucht. Den findet man zum Beispiel hier: Zum Wickerl, 9., Porzellang. 24a, Tel. 317 74 89, Mo-Fr 11-23 Uhr.

Neben dem "Stomach" einer der kulinarischen Angelpunkte des 9. Bezirks, ein gnadenlos uriges Beisl, das kürzlich vom Ehepaar Lang an neue Besitzer übergeben wurde. Die Linie blieb weitestgehend gleich, nämlich pur und kompromisslos, Riesenportionen, faire Preise, miese Luft.

Intermezzo, , 9., Thurng. 4, Tel. 315 46 49, Mo-Sa 18-1 Uhr.

Das Lokal fürs weiche Herz: In dem alten Gewölbe wird das Liebesgedicht vorgetragen und ins knisternde Kaminfeuer gestarrt (zwei unterschiedlich stark knackende Hölzer sind vorrätig), dazu gibts ein bisserl mediterran angehauchte Küche, die den Körper nicht so belastet. Wegen nachher und so.

Ragusa, 9., Bergg. 15, Mo-Sa 11.30-15, 18-24 Uhr, Tel. 317 15 77 Erstklassig dalmatinische Küche im wirklich einigermaßen authentischen Outfit: Das Gewölbe ist farbenfroh koloriert, vor Kitsch hat man hier keine Angst.

Zur goldenen Kugel, 9., Lazarettg. 6, Tel. 405 83 63, Do-Mo 9-15, 18-23, Sa, So 10-15, 18-23 Uhr.

Eine Art gutbürgerliches Deft-Beisl. Die Pflege der Wiener Küche wird ernst genommen, der Erhalt optischer Unzulänglichkeiten ebenfalls. Gute Wein- und vor allem Bier-Kultur, der InnereienDonnerstag dürfte vor dem Hintergrund der diversen Fleisch-Skandale eher in Gefahr sein.


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