Die Zeitmaschine

Neues Lokal. Wer glaubt, dass früher alles mehr war und besser geschmeckt hat, der kann etwaige Zweifel im Morell ausräumen.

Stadtleben | Florian Holzer | aus FALTER 08/01 vom 21.02.2001

Dass der Alsergrund arm an kulinarischer Obskurität wäre, kann man nicht unbedingt behaupten. Seit vorigem Herbst wurde die Liste der echt seltsamen Lokale im neunten Bezirk aber um eines länger: Wenn das "Morell" von außen unscheinbar wirkt und an ein Papiergeschäft erinnert, dann deshalb, weil Teile davon früherein Papiergeschäft waren, der Rest diente als Bräunungsstudio.

Nun war es so, dass Herr Morell, ein Jazz-Pianist, eigenen Angaben zufolge schon seit zwanzig Jahren von einem eigenen Jazz-Lokal geträumt hatte, weshalb er die beiden benachbarten Immobilien zu einem neuen Ganzen vereinigte. Wobei man gleich zu Beginn sagen muss, dass er dabei kaum eine Ungeheuerlichkeit ausließ: von den elektrischen Flackerkerzen über die Gipsputten, die öligen Meisterwerke aus der Galerie Otto, die schweren Holzbalken, das romantische Breitwandfresco, die Kirchenfenster und so weiter und so fort - schwere Wagenradära.

µWas das Morell dann aber schon wieder interessant macht, ist die Tatsache,


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