"Renn um dein Leben!"

Demos. Nicht nur brutale Demonstranten, sondern auch Polizisten sind bei der Opernballdemonstration völlig ausgerastet. Journalisten, Pressefotografen und Anrainer berichten von Gewaltexzessen und folterähnlichen Szenen.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 09/01 vom 28.02.2001

Das Dutzend Polizisten hinter der Secession fühlte sich sichtlich überrascht. "Vorsicht, Presse!", rief einer. Die Kollegen drehten sich weg, klappten das Visier herunter. Im Krankenwagen daneben lag ein Mann mit blutendem Kopf. Sprechen konnte er nicht mehr. "Was ist hier geschehen?" - "Nichts", antwortet ein Beamter. Wer liegt hier im Krankenwagen? "Niemand", antwortet sein Kollege. Trockener Nachsatz: "Schleich dich!"

Beim "Niemand" im Krankenwagen handelt es sich um den 29-jährigen Angestellten Roman S. "Ich hab mich doch von den Chaoten entfernt, auf einmal schreien Beamte, ich solle um mein Leben laufen", erinnert sich S. am Tag nach dem Unfall. Der 29-Jährige rennt los, stürzt. "Die haben auf mich wie wild eingedroschen, einfach so", erinnert er sich. Rund fünf Minuten lang wird Roman S. krankenhausreif geschlagen. Roman S. wird nichts zur Last gelegt.

Auch Robert Binder, er wohnt im benachbarten sechsten Bezirk, berichtet Ähnliches, obwohl er nur nach Hause wollte: "Als eine


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