Die unendliche Geschichte

Politik & Biologie. Kürzlich entdeckte Dokumente werfen ein neues Licht auf Konrad Lorenz' Verstrickungen in den Nationalsozialismus. Die politische Biografie von Österreichs bekanntestem Biologen - und vor allem: der schlampige Umgang mit ihr - sind kennzeichnend für die jüngere Geschichte dieses Landes.

Politik | Klaus Taschwer | aus FALTER 09/01 vom 28.02.2001

Vor kurzem erst wählten ihn die Leser einer heimischen Wochenillustrierten zum größten österreichischen Denker des 20. Jahrhunderts, noch vor Sigmund Freud, Ludwig Wittgenstein oder Erwin Schrödinger. Apologeten seines wissenschaftlichen Werks vergleichen es in seiner Bedeutung mit jenem von Charles Darwin; die Gesamtauflage seiner populären Bücher geht in die Millionen. Und sein ökologisches Engagement schließlich hat ihn in späten Jahren zum Ahnherrn der Grünen gemacht: Konrad Lorenz, der "Vater der Graugänse".

Nun ist Österreichs bekanntester Wissenschaftler zwölf Jahre nach seinem Tod abermals ins Gerede gekommen: Vor kurzem hat der Wissenschaftsjournalist und Biologe Benedikt Föger im Österreichischen Staatsarchiv brisante Dokumente entdeckt, die belegen, dass Konrad Lorenz Nationalsozialist war. Dieser Fund stellt im Prinzip keine Überraschung dar, denn spätestens rund um die Verleihung des Nobelpreises für Medizin und Physiologie im Jahr 1973 waren auch Lorenz'


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