Justitias rechte Hand

Spitzelaffäre. Oberstaatsanwalt Harald Eisenmenger lobte NS-Kriegsverbrecher, engagierte sich für Nazi-Größen und wünscht "Verräter zur Hölle". Erst letztes Jahr wurde er von Justizminister Böhmdorfer ermahnt. Jetzt ist er Sachbearbeiter für die Spitzelaffäre.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 09/01 vom 28.02.2001

Vergangenes Jahr machte es sich der Mann mit dem Verbindungsnamen "Wahnfried" wieder einmal so richtig gemütlich. In einer durch Vorhänge abgetrennten Loge des Wiener Esterhazykellers rückte er mit Mitgliedern der rechtsextremen Burschenschaft Arminia zu einem kleinen Gelage zusammen. Es floss reichlich Wein, die Runde schwärmte von vergangenen Zeiten. Dann passierte es. "Wahnfried" erblickt am Nebentisch einen Pensionisten, der es gewagt hatte, die nationalsozialistischen Umtriebe der Burschenschaft beim Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes anzuzeigen. "Wahnfried" konnte sich nicht mehr halten. Ein Augenzeuge traute seinen Ohren nicht: "Plötzlich brüllt er: ,Tod den Verrätern! Zur Hölle mit den Feinden der Arminia!' durch den ganzen Keller." Wahnfried, so der Augenzeuge, soll "wie ein Wilder" getobt haben. Die Gesellschaft am Nebentisch war peinlich berührt. "Lass den Rüpel, er ist besoffen", beruhigte eine Dame.

Eine besoffene Geschichte? Nicht ganz. Der als


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