Napster: Duell am Abgrund

Internet. 62 Millionen Benutzer auf der einen, die Musikindustrie auf der anderen Seite: Der Kampf um die Musiktauschbörse Napster tobt. Bertelsmann will Frieden stiften - und Geld verdienen.

Medien | Hannes Stieger | aus FALTER 09/01 vom 28.02.2001

Die Musikindustrie ist drauf und dran, einen der wahrscheinlich wichtigsten Kämpfe ihrer Geschichte zu verlieren. Vordergründig fliegen im Streit um die Gratis-Musiktauschbörse Napster die Fetzen. Im Hintergrund aber tobt ein Grundsatzstreit. Denn dank der Digitalisierung ist Musik nur mehr eine Form von Daten. Und Daten lassen sich dank Internet mittlerweile blitzschnell und weltweit verteilen.

Distribution - das war und ist die eigentliche Stärke der Musikindustrie. Nicht die Studios, die Künstlerbetreuung oder die Aufnahmetechnik, sondern die Verteilung der Musik vom Großhandel bis in die Hände der Konsumenten. So sehr fixiert ist die Industrie auf die Distribution, dass sie CDs Anfang der Achtziger in schallplattenformatigen Hüllen ausliefern wollte, um die Verteilung in die Regale der Musikhändler nicht zu behindern.

Nun ist das Monopol auf die Musikdistribution bedroht: Die freie Musiktauschbörse Napster hat mittlerweile mehr als 62 Millionen Benutzer, die bei Bedarf per Mausklick


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