Kommentar - Burgtheater: Der Meinl unter den Bühnen

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 09/01 vom 28.02.2001

Wer die Theaterberichterstattung des Falter in den vergangenen Jahren halbwegs aufmerksam verfolgt hat (wovon ich jetzt einmal ausgehen muss), dürfte dabei nicht unbedingt den Eindruck gewonnen haben, dass das Wiener Theater im Allgemeinen und das Burgtheater im Besonderen derzeit eine Hochblüte erleben.

In einem gewissen Spannungsverhältnis dazu stehen die vorige Woche bekannt gegebenen Nominierungen zum Berliner Theatertreffen: Das Festival, bei dem jedes Jahr im Mai die zehn besten Inszenierungen des deutschen Sprachraums gezeigt werden, wird heuer von Wien dominiert: Gleich vier Aufführungen aus Burg- und Akademietheater reisen nach Berlin - das hat es nicht einmal zu Claus Peymanns besten Zeiten gegeben (bisher lag der Rekord bei drei Produktionen).

Alle vier nach Berlin eingeladenen Inszenierungen sind ohne Zweifel "bemerkenswert" (so das offizielle Jury-Kriterium) und werden uns keine Schande machen. Habe ich also geirrt? Das würde ich so nicht sagen.

Erstens lässt sich von Spitzenleistungen


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