"Wir denken nicht so viel"

Musik. Daft Punk sind Frankreichs einflussreichste Dance-Exporteure. Nach ihrem Debütalbum "Homework" tauchten sie unter. Im "Falter"-Gespräch erklären Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem Christo, warum sie jetzt als Roboter wiederkehren und wie sie mit ihrem neuen Album "Discovery" ein neues Dance-Establishment verhindern wollen.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 09/01 vom 28.02.2001

Als Anfang 1997 Daft Punks erstes Album erschien, trug die Kritik in seltener Einmütigkeit zu dem Hype bei. Ähnlich den Edelhüllen pompöser Konsens-Rock-Alben der Siebziger suggerierte das ebenso teuer wie perfekt gestaltete Klappcover von "Homework" eine Epoche machende Unverzichtbarkeit, während die unverblümte Retro-Metal-Ästhetik des auf schwarzen Satin gestickten Schriftzugs der großspurigen Geste eine ironische Schlagseite verlieh. Und lieferte damit den zahlreichen Daft-Punk-Apologeten einen Grund mehr, "Homework" zur musikalischen Essenz der Neunzigerjahre hochzustilisieren.

Die Musik selbst entdeckte den guten alten Prä-House-Disco als zeitgenössische Form, indem sie ihn radikal auf seine Grundbestandteile reduzierte. Vor allem aber zeigt "Homework" die großen Wörter der Popkultur ("Da Funk", "Rock 'n' Roll") aus der Perspektive der voll Informierten, aber nicht voll Involvierten. Genau diese klärende Distanz, die es Daft Punk ermöglicht hatte, in Ruhe nach den subtilen


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