Spiel mir ein S

Musik. Der Vierteltontrompeter Franz Hautzinger ist einer jener österreichischen Musiker, die der freien Improvisation in den letzten Jahren zu einem neuen Boom verholfen haben. Jetzt ist er auch als ungewöhnlicher Komponist zu erleben.

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 09/01 vom 28.02.2001

Franz Hautzinger hat ein Trompetenkonzert komponiert, und das Klangforum Wien, das diese Woche die Uraufführung bestreitet, hat fünf Tage vor dem Auftritt vier Stunden Zeit, es zu proben. Ein nicht eben ungewöhnlich knapper Terminplan im Neue-Musik-Betrieb. Das Besondere diesmal: Es gibt keine Partitur.

Dennoch ist "Gomberg" keine Ensembleimprovisation, sondern eine durchaus präzise festgelegte, wiederholbare Komposition. Nur dass Franz Hautzinger es in diesem Fall für besser hält, den 18 Musikern seine Vorstellungen mündlich zu vermitteln, als ihnen Noten vorzusetzen. "Ein Satz des Konzertes besteht beispielsweise aus einem an- und abschwellenden S-Laut des Ensembles, über den ich mit der Trompete spiele", erläutert Hautzinger im Falter-Gespräch. "Aber soll ich einer Geigerin irrsinnig kompliziert aufschreiben, wie sie ein S spielen kann? Das weiß sie doch selbst am besten!"

Hautzingers Stück wird bei einem Konzert uraufgeführt, das Werke von John Cage, Anestis Logothetis und


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige