Kreisky, Slime & Schieder

Film. In ihrer Dokumentation "Normale Zeiten" zeigt Elisabeth Scharang skurrile Archivbilder aus den Siebzigerjahren. Für die Menschen, die sie dazu befragt hat, interessiert sie sich weniger.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 09/01 vom 28.02.2001

Seit kurzem begegnet man in Wien einem jungen bebrillten Mann, vermutlich Student, der allerorten von Plakatwänden herunterblickt. Neben seinem Konterfei ist zu lesen, warum er SPÖ wählt und warum tunlichst viele Wienerinnen und Wiener es ihm am 25. März gleichtun sollten: "Weil ich für Öffis bin, aber nicht gegen Autos." Willkommen zurück in den Siebzigerjahren!

Es gibt Dinge, die ändern sich nie, zum Beispiel die Wahlwerbung der österreichischen Sozialdemokratie. Die Eröffnung der ersten Teilstrecke des Wiener U-Bahn-Netzes durch den damaligen Bürgermeister Felix Slavik war eines der medialen Großereignisse der Mittsiebziger; gleichzeitig wurde in Belangsendungen stolz damit geworben, dass sich zwischen 1970 und 1977 die Zahl der Personenkraftwagen auf Österreichs Straßen verdoppelt hatte. Was den aktuellen Wahlkampf der SPÖ betrifft, steht oben zitierte Nullaussage also in bester Tradition.

Dass "Normale Zeiten" ausgerechnet mit einer Aufnahme in einer U-Bahn-Station beginnt,


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