Pinkeln im Weltall

Film. Das Raumfahrt-Drama "Red Planet" zeigt, wie der Mensch des Jahres 2025 auf dem Mars überlebt.

Kultur | Drehli Robnik | aus FALTER 09/01 vom 28.02.2001

Kubrick wusste es immer schon: Der das Weltall bereisende Mensch ist nur ein Upgrade des Werkzeug verwendenden Affen; dessen triumphal hochgeschleuderter Knochen geht direkt ins gelassen schwebende Raumschiff über. Dieser ebenso harte wie berühmte Schnitt in "2001" ließ blitzartig erahnen, wie sehr unsere bis ins All durchgeplante Zukunft die nahtlose Erweiterung unserer geistlosen Vorgeschichte ist. Nicht ganz so blitzartig stellt sich diese Ahnung angesichts von "Red Planet" ein: Nach hundert Minuten und Tausenden nicht allzu berühmten Schnitten beschleicht einen das Gefühl, dass die bemannte Raumfahrt, zumindest ihr breitenwirksames Bild im Genrekino, viel mit Werkzeugverwendung, aber wenig mit Denken zu tun hat.

"Red Planet" hätte ursprünglich "Mars" heißen sollen und wurde umbenannt, um Verwechslungen mit Brian DePalmas im Vorjahr gestarteter "Mission to Mars" zu vermeiden. Im nunmehr deppensicheren Titel klingen umso stärker jene alten Space Operas nach, deren schlichtes Gemüt


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