Große Würfe

Film. In "Finding Forrester" erzählt Gus Van Sant erneut die Geschichte eines begabten jungen Mannes. Er selbst war schon mal begabter.

Kultur | Michael Loebenstein | aus FALTER 09/01 vom 28.02.2001

Der große amerikanische Roman und der Sport, das sind keine Widersacher, sondern traditionell eng verbundene Topoi: Von Mark Twain über Hemingway und Capote bis zu Phillip Roths satirischer "Great American Novel" ziehen Baseball, Football und Basketball ihre Spuren durch Biografien und Erzählungen amerikanischer Romanciers. Sei es der einsame Heroismus des Underdog-Athleten oder die paradigmatische Situation des Spieles: Als existenzielle Metapher hat der sportliche Wettkampf seinen Fixplatz in der amerikanischen Mythologie.

"Finding Forrester", der neue Film von Gus Van Sant, macht da keine Ausnahme: Ein junger Afroamerikaner aus der Bronx (Rob Brown) ist tagsüber Basketball-Ass; abends schreibt er seitenweise Prosa. So viel Talent gehört entdeckt: Über kurz oder lang spielt und schreibt der junge Mann eine Liga weiter oben - Ersteres im Team eines versnobten Privatcolleges, Zweiteres heimlich unter der Leitung eines geheimnisvollen Eremiten (Sean Connery). Letzterer entpuppt sich


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