"Es ist nichts gelöst"

Kulturpolitik. Robert Menasses spektakuläre Vorschläge zum kollektiven Künstler-Exodus rücken eine trockene sozial- und arbeitsrechtliche Materie ins Licht einer breiteren Öffentlichkeit. Und zeigen, dass die "neue Selbstständigkeit" den Künstlern hauptsächlich neue Schwierigkeiten einträgt.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 09/01 vom 28.02.2001

Der einzige Satz von Karl Popper, dem er voll zustimme, so meinte Robert Menasse unlängst in einer Diskussion mit dem Soziologen Lord Dahrendorf, sei der über die Intellektuellen, die vom ersten Tag einer Regierung an dafür zu sorgen hätten, dass diese beim nächsten Mal nicht mehr gewählt würde.

Man kann nicht behaupten, dass der 46-jährige Schriftsteller die ihm von Sir Karl überantwortete Aufgabe als Intellektueller nicht ernst nähme. Seit es einen Kunststaatssekretär gibt, tritt Menasse im Parallelslalom gegen diesen an und reklamiert dessen Disqualifizierung. Peter Wittmann sprach er seinerzeit im Falter-Interview schlicht die für den Job nötige "praktische Intelligenz" ab ("er weiß nicht einmal, was eine Privatstiftung ist"). Einen Brief an den damaligen Bundeskanzler Klima, in dem Künstler den Rücktritt des Kunststaatssekretärs forderten, unterschrieb Menasse nur deswegen nicht, weil er sich "nicht ausgerechnet bei dem Bock beschweren" wollte, "der Wittmann zum Gärtner


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