"Libro ist kein Segen"

Verlagswesen. Wie schwer hat es eigentlich ein österreichischer Literaturverlag? Der "Falter" lud Martina Schmidt (Deuticke und Residenz) und Jochen Jung (Jung und Jung) zu einem Gespräch über die Gnadenlosigkeit des Geschäfts und über den Unfug, Büchermachen nur als Geschäft zu betrachten.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 09/01 vom 28.02.2001

Sozusagen im Gleichklang mit dem Regierungswechsel erschütterte letztes Jahr ein Nebenbeben die österreichische Verlagslandschaft: Punktgenau zum 25-jährigen Dienstjubiläum beim Salzburger Residenz Verlag wurde Jochen Jung von der Geschäftsführung des Österreichischen Bundesverlages, dem neben Residenz auch noch Brandstätter, Deuticke und der hauseigene Schulbuchverlag gehören, ziemlich ruppig mit der Tatsache konfrontiert, dass er soeben seinen Job verloren hatte und Deuticke-Geschäftsführerin Martina Schmidt zur interimistischen Nachfolgerin ernannt worden war.

Ein Jahr später präsentiert nun Jung das erste Programm seines neu gegründeten Verlages Jung und Jung (siehe dazu auch den unten stehenden Kasten). Und setzte sich auf Einladung des Falter zum ersten Mal seit seiner Entlassung mit seiner Nachfolgerin an einen Tisch.

Falter: Verleger haben mit Medienmachern eines gemeinsam: Auch sie müssen sich überlegen, ob sie alles so machen wie alle anderen oder sich unterscheiden


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