Aufgeblättert

Kultur | Martin Droschke | aus FALTER 09/01 vom 28.02.2001

Als sich um 1915 Amerikas weiße Musiker in die bis dahin schwarze Musik des Jazz zu drängen beginnen, brechen selige Zeiten für einen legendären Exzentriker an. "Nicht gemästet" sei sein Spiel gewesen. Treffender als es Ror Wolf in seiner Radioballade über "Leben und Tod des Kornettisten Bix Beiderbecke aus Nord-Amerika" tut, lässt sich der Charme dieser Musik nicht beschreiben, der schon die eingefleischtesten Feinde des New-Orleans-Sounds vom Hocker gerissen hat. Zwei Versionen bieten sich an, den Hörspielklassiker neu zu erleben. Auf CD hüpft Beiderbeckes Kornett über den Korpus der Band, während die Passagiere eines Raddampfers in der Zeit vor dem Schwarzen Freitag schwelgen - Nordamerika eine einzige Party und trotz Prohibition immer vorn an der Schnapstheke dieses musikalischen Ausnahmekindes. Tonlos hingegen will der selbstvergessene Beiderbecke in einem Sammelband Wolf'scher Hörspieltexte einfach nicht mehr herauskommen aus dem Traumland verrauchter Kneipen, zu denen


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