Stadtrand: Baustelle Ottakring

Stadtleben | aus FALTER 09/01 vom 28.02.2001

Ottakring bekommt ein neues Gesicht. Auch in diesem "Problembezirk"tut sich etwas. Überall in unserem Grätzel wird fleißig saniert und gebaut - es ist wunderbar. Aber wo gebaut wird, gibts auch einen Haufen Dreck, Lärm, Ärger - und wir sind mittendrin. Weil unser neues Haus, Gründerzeitstil, jetzt generalsaniert wird.

Und wir haben den grundlegenden Fehler gemacht, zu früh in die neue Bleibe einzuziehen: Die Bauarbeiten rund um die Wohnungen sind noch voll im Gange. Der durchschnittliche Morgen beginnt also mit dezenten Hammer-, Bohr- und Stemmgeräuschen, dazu laute Ö3-Beschallung. Am Gang lauern diverse Kabel, der Mistkübel-Hof ist eine Fallgrube. Und täglich warten neue Gefahren: Vor ein paar Tagen taumle ich etwa frühmorgens aus der Wohnungstür - und stehe vor einem gähnenden Loch in der Wand, davor ein Dutzend Bauarbeiter, die zufrieden zu Ö3-Gedudel in den Hof schauen. "Keine Sorge, Fräulein, da kommt nur der Lift rein", beruhigt mich der nette Vorarbeiter.

Der unvermeidliche ständige Kontakt mit den Bauarbeitern gibt einem zumindest das Gefühl, dass sich andere Menschen um einen kümmern. Das tägliche "Haben Sie einen harten Tag gehabt?" beim Nachhausekommen wird mir vielleicht später sogar fehlen. Irgendwann einmal. J.O.


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