Fesche Mädels, alte Möbel

Hausmusik. Ralf Tiron, Musiker, Jazzfreak und Ex-Schallplattenhändler, kann es nicht lassen. Der ehemalige Jazzclub-Betreiber hat mit 59 Jahren einen neuen Non-Profit-Club eröffnet: in seiner Wohnung. Profis und Nachwuchskünstler treten hier, im einzigen privaten Jazzsalon der Stadt, auf.

Stadtleben | Julia Ortner | aus FALTER 09/01 vom 28.02.2001

Ralf trägt gerne Schwarz. Der Mann im dunklen, weit aufgeknöpften Hemd mag es dezent. Das Licht in seiner verwinkelten Wohnung ist dementsprechend schummrig - fast wie in einer Gruft. Im Hintergrund dudelt Jazz aus den Plattenspielerboxen. Ralf Tiron ist ein echter Jazzer. Die Musik prägt sein Lebensgefühl. "Jazz ist wie eine Sucht", doziert der 59-jährige Frühpensionist, der obligate Tschik hängt lässig im Mundwinkel. "Jazzfreaks können es nicht lassen. Sie brauchen den Jazz bis zum Schluss. Live."

Deswegen arbeitet sein alter Freund, der Jazz-Fredy, noch mit siebzig im Jazzschuppen Cheek to Cheek. Und Tiron hat vor kurzem einen neuen privaten Jazzclub gegründet - in seiner Wohnung. "Jazz bei Ralf" nennt sich die Veranstaltungsreihe, zu der der Jazzfreak zwei- bis dreimal im Monat einlädt. Bei Wein, Bier und Tratsch aus der Szene treffen sich Jazzprofis, Nachwuchstalente und interessierte Zuhörer im einzigen Jazzsalon der Stadt.

Eigentlich hatte Ralf Tiron von Jazzclubs die Nase


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