Bomben auf Buddha

Afghanistan. Die jüngsten Gewaltexzesse der Taliban sind auch Spätfolgen des Kalten Krieges.

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 10/01 vom 07.03.2001

Mit schweren Geschützen, Panzern und Sprengstoff seien die islamischen Kämpfer gegen die legendären Buddhastatuen von Bamiyan vorgegangen. Die afghanischen Machthaber zeigen sich ungerührt von allen wohlmeinenden internationalen Protesten und empörten Leitartikeln: Götzenanbetung sei im Islam eben verboten, Mullah Omar, der starke Mann des Regimes, hat auf genau diesem Grundsatz seinen Befehl zum Denkmalsturm begründet.

Die Zerstörung der Beweise für die Größe vorislamischer Kulturen in Afghanistan ist zweifelsohne die spektakuläre Machtdemonstration eines der brutalsten totalitären Regime, die es weltweit zurzeit gibt. Das mongolisch-schiitische Volk der Hazara, in dessen Region die alte buddhistische Pilgerstadt Bamiyan liegt, gehört zu jenen widerspenstigen Minderheiten, die von den zum Mehrheitsvolk der Paschtunen gehörenden siegreichen Taliban noch immer nicht völlig unterworfen wurden. Die Stadt Bamiyan selbst ist in den letzten Wochen mehrmals von regierungsfeindlichen


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